Kaltduscher sind Energiesparer – Umweltbundesamt gibt Wasserspar-Tipps

Wer in Deutschland Wasser spart und den Erfolg in seiner Geldbörse spüren möchte, sollte auf seine Strom- oder Gasrechnung schauen. “Wassersparen ist Energiesparen” lautet die Kernbotschaft einer aktuellen Wasserspar-Broschüre des Umweltbundesamtes (UBA). “In Zeiten der Klimaänderung tut Deutschland gut daran, beim Wassersparen nicht nachzulassen”, begründet UBA-Vizepräsident Thomas Holzmann die Initiative. Hilfestellung gibt das Umweltbundesamt den Wassernutzern mit einer Broschüre und Hintergrundmaterial auf seiner Internetseite (siehe unten). Auch wenn das UBA die Erfolge der deutschen Wassersparer würdigt, es sieht noch Luft nach unten. Daher ruft es zu einer neuen Wasser-Sparrunde auf. Die Wasserversorgungssysteme sollen damit zur Bewältigung des Klimawandels in Deutschland beitragen. Weniger warmes Wasser in den Haushalten bedeutet weniger Energie und damit weniger CO2 – und das ist gut für das Klima.
imageDas UBA zeigt mit einer individuellen Energiebilanz der Wasserverbraucher den energetischen Wert des Sparens zu zeigen. Diese berücksichtigt zunächst jenen Energieeinsatz der für die Pumpen und Wasserwerke des Versorgers benötigt wird. Durchschnittlich werden bei der Versorgung dafür 0,51 kWh je Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Das ergibt einen durchschnittlichen spezifischen Pro-Kopfverbrauch an Energie für die Trinkwasserversorgung von ca. 29 kWh jährlich. Hinzu kommen dann die deutlich wichtigeren 300 bis 900 kWh jährlich je Person aus der Erwärmung von Wasser im Haushalt. Zuletzt noch 32 bis 55 kWh für die Abwasserentsorgung, das heißt für den Betrieb von Kläranlagen. In Summe also 360 bis 980 kWh jährlich. Der größte Umweltschutzeffekt lässt sich daher in privaten Haushalten durch eine Reduzierung des Warmwassergebrauchs erreichen (siehe auch LebensraumWasserimage zu diesem Thema)

Auch die Entstehung der Wasserpreise und die Auswirkungen des Wassersparens aus die Wasserpreise greift das UBA auf. Die technischen Anpassungen zur Verkleinerung der Leitungsnetze und zur Qualitätssicherung wirken sich auf die Kosten und mittelbar auf die Preise aus. Die Trinkwasserpreise und -gebühren müssen gemäß Wasserrahmenrichtlinie der EU kostendeckend erhoben werden. Dies gibt Anreize zur effizienten Nutzung der Wasserressourcen, weil durch Wasserpreise mit hohen Mengenpreisanteilen das Sparen lohnend wird. Das UBA schränkt den Wert dieses Effekts aber ein, in dem es erklärt: “Finanziell zahlt sich jedoch eine weitere Reduzierung der Kaltwasser-Nutzung nur in begrenztem Maße aus. Da die Wasserentgelte weitgehend von den hohen, kaum verbrauchsabhängigen Fixkosten (für die Netze und Wasserwerke – Anm. LebensraumWasser) bestimmt sind, müssen die Preise bei rückläufiger Wassernutzung angehoben werden. “Damit unterstreicht das UBA den weitgehend unbestrittenen Handlungsbedarf bei der Anpassung der Preissysteme. Um es deutlicher zu sagen: Bei den weit verbreiteten Entgeltsystemen mit hohen Mengenpreisen müssten die Wasserpreise kontinuierlich ansteigen. Angesichts der Nachfragerückgänge drohen den Versorgern andernfalls Kostenunterdeckungen – die kann sich aber kein betriebswirtschaftlich arbeitender Versorger leisten. Zudem würde es gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie verstossen, weil diese Kostendeckung fordert.

Weil die Haushalte einen lohnenswerten finanziellen und ökologischen Einspareffekt beim Warm-Wassersparen erzielen wollen, wird das Wassersparen weitergehen. Versorger mit den üblichen Preissystemen und ihren hohen Mengenpreisanteilen werden noch mehr unter Preiserhöhungsdruck geraten. Die Botschaft lautet also auch: Wasser sparen, um Energie zu sparen, macht Preisumstellungen unumgänglich.

Hier geht es zu den UBA-Empfehlungen: Klick hier!

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