Trinkwasserzugang schafft Bildungschancen für Frauen

Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern haben ganz besonders unter mangelhafter Wasserversorgung zu leiden. Dort wo kein Leitungswasser zur Verfügung steht, herrscht bei weiblichen Familienmitgliedern ein geringes Bildungsniveau. Wenn im Haus kein Wasserzugang besteht, ist Wasserversorgung Frauensache. Statt zu lernen, müssen sie Wasser holen. Vier bis fünf mal täglich wandern sie zur öffentlichen Wasserquelle. Diese sind nicht selten mehrere Kilometer von den Wohnungen entfernt. Insbesondere Frauen und Mädchen profitieren somit von der Versorgung der Wohnungen mit Leitungswasser. Sie können die eingesparte Zeit für’s Lernen verwenden. Wasserversorgung hebt den Bildungsstand und damit auch die Eigenständigkeit wegen höherer Chancen auf einen Beruf und damit einen höheren Lebensstandard.

Eine Studie von Sheetal Sekhri von der Universität Virginia hat die Auswirkungen der Entfernung zur Wasserversorgung auf den Bildungsstand von Frauen in indischen Dörfern untersucht. Mit Hilfe der Daten von 8.261 Dörfern im Bundesstaat Uttar Pradesh konnte sie feststellen, dass in Dörfern mit Wasserzugang in der Nähe der Bildungsstand um 5 Prozent höher ist als in schlecht versorgten Landgemeinden. Frauen und Mädchen in benachteiligten Orten mangelt es dann insbesondere an mathematischen Kenntnissen, zudem sind sie schlechter im Lesen und Schreiben.

Trotz gesellschaftlicher Unterschiede wirken sich Wasser- und Sanitärbedingungen auch auf die Gleichstellung der Geschlechter aus: Die Versorgung mit Wasser sowie die Pflege von kranken Menschen wird zumeist Frauen und Mädchen auferlegt. Sind Wasser- und Sanitäranlagen vorhanden, gibt es auch weniger kranke Menschen. Somit bekommen Mädchen und Frauen mehr Zeit. Diese wird fast durchweg zur Steigerung des Einkommens der Familie oder für andere sinnvolle Dinge genutzt, wodurch die soziale Stellung der gesamten Familie gefestigt wird.

Quelle: http://www.livemint.com/Opinion/RVfsHdIcKv9koBlQgJ5UsM/Water-water-everywhere-not-a-drop-to-drink.html?utm_source=copy
Studie: http://people.virginia.edu/~ss5mj/womenliteracyandwater.pdf

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