Legionellen und ihre Bedrohung: Todesfälle im Kreis Soest

Mehrere Todesfälle in Warstein im Kreis Soest werden mit Legionellen aus einer Klimaanlage in Verbindung gebracht. Zwar ist die Ursache noch nicht betätigt, die zuständige Gesundheitsbehörde geht aber von einer Legionellen-Infektion aus. Damit zeigt sich Legionellengefahr von einer dramatischen Seite. Wichtig an dieser Stelle ist die amtliche Entwarnung, dass die Legionellen nicht der Trinkwasserleitung, denn die Wasserleitungen sind zu kalt für die Bakterien. Am 23. September 2013 gab M. Exner anlässlich einer öffentlichen Sonderratssitzung im Warsteiner Gymnasium bekannt, dass der auslösende Legionellenstamm nach Abschluss der Untersuchungen im Rückkühlwerk der Esser-Werke, in geringer Konzentration auch im Rückkühlwerk der Warsteiner Brauerei und in hoher Konzentration in den Klärbecken der Brauerei und der kommunalen Kläranlage identifiziert worden sei.(Quelle Wikipedia)

Was sind Legionellen?
Legionellen sind weltweit verbreitet. Sie gedeihen in warmem Süßwasser und können die Lungen von Menschen befallen, wenn zerstäubtes Wasser eingeatmet wird. Infektionsquellen sind wie hier vermutet Klimaanlagen, aber auch Duschen, Whirlpools und andere Warmwassereinrichtungen, in denen Dampf oder Sprühnebel entsteht, können die Legionellen verbreiten. Übertragen werden sie durch verkeimte Wassertröpfchen, wenn diese zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden. Legionellen vermehren sich bevorzugt in unzureichend erhitztem Warmwasser. Im Trinkwasser-Temperaturbereich von 20-55 °C können Legionellen sich auf gesundheitlich bedenkliche Konzentrationen vermehren, wobei lange Aufenthaltszeiten des Wassers von einigen Stunden bis Tagen in Installationsrohren und Wasserspeichern die Vermehrung der Bakterien begünstigen. Dies sollte übrigens bei Überlegungen, die Betriebstemperatur von Warmwassersystemen zum Zwecke der Energieeinsparung abzusenken, berücksichtigt werden. Daher hält das Umweltbundesamt eine Warmwassertemperatur von 60 – 55 °C für Großanlagen für notwendig.

Gefahren durch Legionellen
Die Infektion beginnt meist mit Husten, Durchfall und Fieber. Später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen kommen und zum Tode führen. Übertragung von Mensch zu Mensch ist unmöglich. Das Robert-Koch-Institut hat 2012 in Deutschland 649 Legionellose-Fälle registriert. Die Dunkelziffer soll jedoch hoch sein. Es geht jährlich von etwa 15 000 bis 30 000 Fällen aus. Vor allem sind ältere Menschen, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie beispielsweise Diabetiker verstärkt betroffen. Allgemein erkranken Männer mehr als doppelt so häufig wie Frauen. Kinder sind meist nur sehr selten betroffen, erklärt das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auf seiner äußerst informativen Internetseite

Was kann getan werden?
Der Unternehmer und der sonstige Inhaber, der eine Trinkwasser-Installation oder Hausinstallation betreibt, hat diese auf Legionellen zu untersuchen, wenn
– sich darin eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung befindet und Duschen oder andere aerosolerzeugende Einrichtungen (z.B. Whirlwanne) darin vorhanden sind,
– und wenn daraus Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen und/oder öffentlichen Tätigkeit abgeben wird (zum Beispiel in Mietshäusern oder Sportstätten).

Die Untersuchungen müssen gemäß § 14 Absatz 3 Trinkwasser-Verordnung erfolgen und zwar ohne Veranlassung durch das Gesundheitsamt. Es gelten die folgenden zeitlichen Vorgaben:
– Anlagen (öffentliche Tätigkeit): mindestens jährlich
– Anlagen (gewerbliche Tätigkeit): mindestens alle 3 Jahre, Erstuntersuchung spätestens bis 31.12.2013

Fragen und Antworten zu Legionellen Bayrisches Landesamt
Energiesparen und Legionellen Umweltbundesamt

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